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Wo war de Glanz vom Landesvadder fiers Abbeldorf ???

Es war einmal ein schlauer Bauer, der fühlte sich zu Höherem berufen.

Der hat die Kanzlerin bezirzt, ist einem Bundespräsidenten nachgelau-

fen, und hatte schon viele Diplomaten aus fernen Ländern zu Gast.

In diesem Sommer hat er den hessischen Landesvater dazu gebracht, sei-

nen großen schwarzen Bus ins Apfeldorf zu lenken. Pünktlich kam er an,

eine ganze Schaar dunkelbeanzugter Männer stieg aus, wurde höfisch

empfangen und bewirtet. Weil der hohe Besuch einen eng getakteten

Terminkalender hatte, ging es mit dem Traktor – als Kutsche getarnt - zu

den Außenstellen des Hofs, und auf diesem Weg war Gelegenheit, dem

hohen Herrn was zu flüstern. Der Ministerpräsident bewunderte das im

Gras kratzende Gackervieh, lobte die quiekende Wutzerei, und nach ein-

einhalb Stunden war der Spuk vorbei.

So schnell, dass im Rathaus niemand davon Wind bekam, um den hohen

Herrn ebenfalls begrüßen zu können. Auch der Parlamentschef als erster

Mann im Dorf blieb außen vor, diese Ehre hatte der schlaue Bauer für

sich ganz allein reserviert.

Dabei hätte es doch dem ganzen Apfeldorf doch gut getan, sich mit dem

Ministerpräsidenten-Besuch zu schmücken, und anderen was vom Ruhm

abzugeben, wäre mehr als eine noble bäuerliche Geste gewesen.

Jetzt fragt sich Rudi Kreppel natürlich, ob er den Besuch vom Papst

nicht doch vorher Preis geben sollte.

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Bei mir

bist de richtig,

nur ich bin in

Wehrheim

wichtig!